MRT-Gerät in einem hellen, ruhigen Untersuchungsraum mit Regal und Liege, daneben der Schriftzug „MRT-Angst: was Betroffenen oft geraten wird“

MRT-Angst: Was Betroffenen oft geraten wird und was Fachleute empfehlen

Der Termin für das MRT steht und schon Tage vorher wird der Magen unruhig. Viele Betroffene kennen diesen Moment, in dem der Gedanke an die Röhre den Körper in Alarm versetzt.

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl erzählen mir Klienten von Terminen, die sie verschoben haben, weil die Angst zu groß wurde. In diesem Beitrag geht es darum, was Fachleute für diese Situation empfehlen.

Was in der Röhre passiert

Beim MRT liegt man still in einer engen Röhre, die Geräusche sind laut und Bewegen soll man sich auch nicht. Für das Nervensystem steckt darin alles, was es in engen Situationen alarmiert: kein Ausweg in Sichtweite, wenig Kontrolle, dazu der Gedanke „Hoffentlich kriege ich genug Luft.“

Der Körper reagiert wie im Aufzug oder in der vollen Bahn mit Herzklopfen, flachem Atem und Anspannung. Das kann so stark werden, dass die Untersuchung abgebrochen oder gar nicht erst begonnen wird. Der Alarm entsteht in Teilen des Gehirns, die schneller arbeiten als das bewusste Denken und genau deshalb hilft gutes Zureden von innen oft nur kurz. Viele starke Menschen kennen das.

Typische Gedanken vor und während der Untersuchung

Viele Betroffene beschreiben Sätze wie: Ich muss sofort raus. Ich bekomme keine Luft. Was, wenn ich nicht mehr herauskomme? Diese Gedanken fühlen sich in dem Moment sehr real an und der Körper folgt ihnen mit Herzklopfen, Anspannung, Unruhe bis hin zur Panik.

Hinzu kommt die Erwartungsangst. Schon Tage vorher läuft im Kopf ab, was passieren könnte und der Körper reagiert, obwohl noch gar nichts geschieht.

Warum Verschieben nur kurz entlastet

Ein verschobener Termin bringt Erleichterung und das Gehirn merkt sich: Ausweichen hat geholfen. Beim nächsten Termin meldet sich die Angst früher und stärker. Fachleute nennen das Vermeidungsverhalten, es kann den Kreis der schwierigen Situationen mit der Zeit größer machen.

Was oft empfohlen wird und warum es nicht immer hilft

Drei Strategien hört man häufig: die Sekunden herunterzählen, einen Glücksbringer mitnehmen und Kopfhörer oder Ohrstöpsel tragen. Der Psychologe André Wannemüller von der Ruhr-Universität Bochum ordnet sie in einem Beitrag über MRT-Angst ein.

Wer die Zeit nur absitzt, erlebt die Situation weiter als kaum aushaltbar. Nach seiner Einschätzung festigt sich so eher das Gefühl, keinen Moment länger durchgehalten zu haben. Ein Glücksbringer überträgt die Sicherheit auf einen Gegenstand, die Situation selbst gilt weiter als gefährlich. Kopfhörer können als zusätzlicher Kontrollverlust erlebt werden. Im Einzelfall können diese Mittel trotzdem entlasten, wenn Sie sich damit wohlfühlen.

Was Fachleute stattdessen nennen

Als hilfreich beschreibt der Beitrag die kognitive Verhaltenstherapie. In dieser lernen Betroffene Strategien für Angstsituationen. Dazu kommt das schrittweise Üben in der Vorstellung, etwa nach und nach länger in einer Röhre zu liegen. An der Ruhr-Universität gibt es dafür eine Nachbildung, in der praktischen und integrativen Verhaltenstherapie ist dies jedoch ganz ohne sie möglich. So wie Angst durch Gedanken produziert wird, so bauen wir sie dort auch wieder ab.

Der Kern lautet: neue Erfahrungen sammeln. Bleibt die befürchtete Gefahr aus, kann die Angst nach und nach nachlassen.

So setzt meine Arbeit an

In meiner Praxis arbeite ich auf drei Ebenen, zuerst am Gefühl, dann am Verstehen, dann am Handeln. Für einen bevorstehenden MRT-Termin bereiten wir die Situation gemeinsam vor, zunächst in der Vorstellung, in kleinen Schritten und in Ihrem Tempo. Daran lässt sich therapeutisch arbeiten.

Eine kleine Übung für zwischendurch zeige ich jeden Mittwoch auf Instagram und Facebook als Atempause. Sie gibt dem Moment eine Aufgabe, eine Behandlung ersetzt sie nicht.

Was Sie vorab tun können

Sagen Sie der Radiologie vorab, dass Sie Angst haben. Dort können Sie fragen, wie die Untersuchung abläuft und welche Möglichkeiten es gibt. Viele Praxen nehmen sich dafür gern Zeit und zeigen vorab den Raum. Ob ein Termin verschoben werden darf, besprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Im Erstgespräch erzählen Sie, was Sie belastet und ich erkläre, wie ich arbeite. Es kostet nichts und dauert 20 bis 30 Minuten. Die Gespräche finden in meiner Praxis in Werl statt oder per Video.

Wenn Sie ein MRT vor sich haben und die Angst wächst: tragen Sie Ihren Wunschtermin für ein Erstgespräch ein, ich melde mich bei Ihnen.


Erstgespräch vereinbaren

Quelle: Wochenblatt-Reporter, „MRT trotz Angststörung: Was Betroffenen wirklich hilft“ (mit André Wannemüller, Ruhr-Universität Bochum).

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung. Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeite außerhalb des gesetzlichen Krankenversicherungssystems.

About Birgit Sievert

Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl. Spezialisierung: Angst und Panik in engen und geschlossenen Situationen – auf dem Arbeitsweg, am Arbeitsplatz und im Alltag. Klaustrophobie, situative Angst, Panikattacken. Seit über sechs Jahren. Vor Ort in eigener Praxis oder online.
Erstgespräch vereinbaren – kostenlos & unverbindlich →