Der innere Monolog bei Angst: was wirklich passiert, wenn die Tür zugeht

„Hoffentlich sieht das keiner.“ Dieser Satz läuft bei vielen Menschen im Hintergrund, während sie nach außen völlig normal wirken. Der innere Monolog bei Angst ist laut und gleichzeitig vollkommen unsichtbar für alle anderen.

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl höre ich in der Praxis immer wieder dieselben Sätze. Menschen beschreiben mir, was in ihrem Kopf passiert, wenn der Aufzug losfährt, wenn die Flugzeugtür sich schließt, wenn der Zug in einen Tunnel einfährt. Und was mich dabei jedes Mal bewegt: die meisten glauben bis zu diesem Gespräch, dass nur sie so denken. Dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmt.

Der innere Monolog bei Angst — wortgenau

Was wirklich passiert, wenn das Nervensystem Alarm schlägt, lässt sich von außen nicht sehen. Innen sieht es ungefähr so aus:

„Bitte nicht jetzt. Bitte nicht hier.“
„Mein Herz rast schon wieder.“
„Hoffentlich sieht das keiner.“
„Wo ist der Ausgang.“
„Ich falle gleich in Ohnmacht.“
„Ich muss hier raus — aber ich kann nicht.“
„Ruhig bleiben. Ruhig bleiben. Ruhig bleiben.“
„Warum passiert mir das schon wieder.“
„Es geht schon wieder los.“
„Mit mir stimmt doch irgendwas nicht.“

Diese Gedanken kommen, weil das Nervensystem in Sekundenbruchteilen entschieden hat, dass die Situation gefährlich ist und weil der Verstand dann versucht, zu kontrollieren, was sich nicht durch Kontrolle regulieren lässt.

Was das Umfeld dann sagt und warum es nicht hilft

Was gut gemeinte Menschen in solchen Momenten sagen, kennen die meisten Betroffenen auswendig. Es klingt ungefähr so:

„Stell dich nicht so an.“
„Das bildest du dir nur ein.“
„Entspann dich einfach.“
„Ich wäre da einfach reingegangen.“
„Du musst dich deinen Ängsten stellen.“
„Schau mal, ich kann das doch auch.“
„Es ist nicht so schlimm wie du denkst.“
„Du machst es schlimmer als es ist.“
„Du musst da einfach mal durch.“

Diese Sätze kommen aus Hilflosigkeit und echtem Mitgefühl. Sie treffen trotzdem daneben, weil sie das Nervensystem nicht verstehen. Das Nervensystem lässt sich durch Überzeugungsarbeit nicht beruhigen. Was es braucht, ist eine andere Art von Erfahrung.

Was diese Sätze tatsächlich auslösen: Scham. Das Gefühl, noch weniger erklären zu können, was gerade passiert und irgendwann die Entscheidung, lieber gar nichts mehr zu sagen und darauf zu hoffen, dass es von alleine besser wird.

Innerer Monolog bei Angst und Panikattacke: du bist damit nicht allein

Das Wichtigste, was ich in diesem Beitrag sagen möchte: dieser innere Monolog ist nicht dein persönliches Versagen. Er ist keine Fehlfunktion deines Körpers. Er ist eine automatische Reaktion eines Nervensystems, das gelernt hat, bestimmte Situationen als Bedrohung einzustufen.

Erlernte Reaktionen lassen sich durch neue Erfahrungen verändern. Das ist neurobiologisch gut belegt und in meiner Praxis der Ausgangspunkt jeder Arbeit. In einem Tempo, das passt. Mit Körper, Gefühl und Verstand gemeinsam.

In den Schulferien NRW habe ich aktuell freie Therapieplätze. Wer kompakt starten möchte, findet jetzt einen guten Einstiegspunkt.

Ein erstes Gespräch gibt Orientierung, ohne Verpflichtung, 20 Minuten, kostenlos.

Erstgespräch buchen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung. Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeite außerhalb des gesetzlichen Krankenversicherungssystems.

About Birgit Sievert

Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl. Spezialisierung: Angst und Panik in engen und geschlossenen Situationen – auf dem Arbeitsweg, am Arbeitsplatz und im Alltag. Klaustrophobie, situative Angst, Panikattacken. Seit über sechs Jahren. Vor Ort in eigener Praxis oder online.
Erstgespräch vereinbaren – kostenlos & unverbindlich →