Selbstporträt einer lächelnden Frau mit blonden, geflochtenen Zöpfen und Brille an einem geöffneten Dachfenster, im Bild der Schriftzug „Umgang mit Angst“

Umgang mit Angst: Wenn der Sender zu empfindlich eingestellt ist

Viele Menschen mit Angst wünschen sich vor allem eines: dass sie endlich verschwindet. Dieser Wunsch ist sehr verständlich. Hilfreich kann auch eine zweite Frage sein, nämlich wie viel Platz die Angst im Alltag einnimmt und wie sich das verändern lässt.

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl arbeite ich mit Menschen, die im Zug, im Aufzug, im Stau oder an der Supermarktkasse merken, wie der Körper Alarm schlägt. Die Angst ist dann da, bevor ein Gedanke Zeit hatte, sie zu bewerten.

Angst gehört zum Leben

Angst ist ein Schutzsystem. Das Robert Koch-Institut beschreibt sie als natürliche Anpassungsleistung, die der Gefahrenvermeidung dient. Ohne dieses System würden wir uns in vieles unbedacht hineinstürzen.

Bei einer Angststörung ist das System zu empfindlich eingestellt. Es reagiert zu früh und zu stark, auch dort, wo objektiv keine Lebensgefahr droht. Bei Herzrasen, Schwindel oder Druck auf der Brust gehört eine ärztliche Abklärung an den Anfang, weil auch körperliche Ursachen in Frage kommen.

Das Bild vom Radio

Stellen Sie sich ein Radio vor. Der Sender ist da, die Musik auch. Steht der Regler ein kleines Stück daneben, knistert und rauscht es und man kann kaum noch zuhören. Mit der Angst verhält es sich ähnlich. Das Schutzsystem arbeitet, es ist nur nicht richtig eingestellt.

Wie bei einem Radio lässt sich auch hier nachjustieren. Daran lässt sich therapeutisch arbeiten, in Etappen und in Ihrem Tempo.

Warum Verstehen allein selten genügt

Die meisten Betroffenen wollen zuerst wissen, woher ihre Angst kommt. Diese Frage ist berechtigt und die Antwort ergibt sich im Verlauf einer Therapie oft nebenbei. Wer die Ursache kennt, hat die Angst damit aber noch nicht verändert. Dafür braucht es Arbeit an den Symptomen, die im Alltag auftreten, strukturiert und Schritt für Schritt. Genau dort setze ich in meiner Praxis an.

Eine Skala von 0 bis 10

In der Verhaltenstherapie schätzen Betroffene die Stärke ihrer Angst häufig auf einer Skala von 0 bis 10 ein. Das macht Veränderung sichtbar, auch kleine Schritte. Ein guter Umgang mit der Angst heißt, dass sie den Alltag weniger bestimmt. Die 0 muss dafür nicht das Ziel sein.

Eine Übung für zwischendurch

Wenn es im Zug oder im Aufzug eng wird, können Sie diese Übung ausprobieren. Schritt 1: Spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden. Schritt 2: Suchen Sie drei Dinge in Ihrer Umgebung, zum Beispiel Tür, Schild, Jacke. Schritt 3: Benennen Sie diese Dinge in Gedanken. Das lenkt die Aufmerksamkeit nach außen.

Die Übung ist für zwischendurch gedacht und ersetzt keine Behandlung. Wird Ihnen dabei unwohl, lassen Sie sie sein und atmen Sie normal weiter.

Aus meiner eigenen Geschichte

Ich bin sehr behütet aufgewachsen. Vieles wurde mir aus Sorge nicht erlaubt und daraus wuchs bei mir eine Angst, die sich durch den Alltag zog. Auf Landstraßen fürchtete ich, in den Graben zu fahren. Motorroller sind Geräte mit denen man in den Tod fährt. Dazu kam eine massive Flugangst. Später, als mich beim Joggen mal ein Hund biss, reichte danach sogar ein kleiner Rehpinscher ohne Leine, der friedlich um die Ecke trottete, dass sich massive körperliche Angstsymptome bei mir meldeten. Knie zitterten. Schweiß ist ausgebrochen. Freeze, ich bin sprichwörtlich erstarrt vor Angst.

Ich habe mir diese Themen angeschaut und Schritt für Schritt gelernt, anders mit der Angst umzugehen. Heute fliege ich gern und genieße den Blick auf Sonnenaufgänge über den Wolken. Autofahren über Land gehört wieder zum Alltag. Ein Rest Respekt ist geblieben, er ist klein und ich kann gut mit ihm leben.

Das ist meine Geschichte doch jeder Mensch bringt eigene Erfahrungen mit und so verläuft auch jeder Weg etwas anders.

Wie ich in der Praxis arbeite

Meine Arbeit in Werl ist praktisch und strukturiert. Manche wundern sich nach der ersten Sitzung, wie klar geordnet und fast technisch das wirkt. Zuerst geht es um das Gefühl, dann um das Verstehen, dann um das Handeln. Dazu gehört Psychoedukation, damit Sie wissen, was in Ihrem Körper passiert. Sie lernen Methoden, mit denen Sie schon in den Sitzungen selbst an Ihrer Angst arbeiten.

Zwischendurch gibt es Gesprächssitzungen für festgefahrene Knoten. Dort kommt zur Sprache, was bisher unbewusst mitlief. Auch Humor hat bei mir Platz, denn Lachen bringt Leichtigkeit in schwere Themen.

Was im Erstgespräch passiert

Im Erstgespräch lernen wir uns kennen. Sie erzählen, was Sie belastet, ich erkläre, wie ich arbeite und Sie stellen Ihre Fragen. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob der Weg zu Ihnen passt. Das Gespräch dauert 20 bis 30 Minuten und kostet nichts.

Wenn Sie Ihren eigenen Umgang mit Angst finden möchten: Ein Erstgespräch dauert 20 bis 30 Minuten und kostet nichts. Sie können anrufen, schreiben oder das Formular auf der Website nutzen.


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Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft „Angststörungen“.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung. Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeite außerhalb des gesetzlichen Krankenversicherungssystems.

About Birgit Sievert

Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl. Spezialisierung: Angst und Panik in engen und geschlossenen Situationen – auf dem Arbeitsweg, am Arbeitsplatz und im Alltag. Klaustrophobie, situative Angst, Panikattacken. Seit über sechs Jahren. Vor Ort in eigener Praxis oder online.
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