Angst beim Pendeln: Warum Scham das eigentliche Hindernis ist
Bevor jemand beschreibt, was im Zug, im Aufzug oder im Tunnel passiert.
Und er sagt mehr als die Angst selbst.
Die meisten Menschen, die wegen Angst beim Pendeln therapeutische Unterstützung
suchen, haben eines gemeinsam: Sie haben lange gewartet. Nicht nur auf einen
Therapieplatz. Sondern damit, überhaupt mit jemandem zu reden.
Die Scham darüber ist oft größer ist als die Angst selbst.
Was diese Scham auslöst
Berufspendler mit Angst auf dem Arbeitsweg, in geschlossenen Fahrzeugen, funktionieren nach außen.
Sie gehen arbeiten. Sie steigen täglich ein. Sie halten durch.
Von außen ist nichts zu sehen.
Innen läuft etwas ganz anderes ab. Das Herzrasen schon auf dem Bahnsteig.
Der Gedanke: Was, wenn ich gleich ohnmächtig werde? Was, wenn ich nicht
mehr raus kann? Was, wenn jemand merkt, was mit mir passiert?
Und dann: Ich bin doch kein schwacher Mensch. Erwachsene haben sowas nicht.
Ich bin doch nicht bescheuert.
Diese innere Erzählung hält viele Menschen davon ab, sich Unterstützung
zu holen. Nicht die Angst selbst. Die Bewertung der Angst.
Was Scham neurobiologisch macht
Scham ist kein Charaktermerkmal. Sie ist eine soziale Emotion mit einer klaren
Funktion: Sie schützt davor, von der Gruppe ausgeschlossen zu werden.
Das Gehirn bewertet soziale Bedrohung ähnlich wie körperliche.
Wer sich schämt, zieht sich zurück. Doch das ist keine Schwäche.
Das ist ein tief verankertes Muster.
Das Problem: im Rückzug wächst die Angst weiter. Das Nervensystem lernt
bei jeder Fahrt, dass diese Situation gefährlich ist. Und niemand weiß davon.
Was passiert, wenn man anfängt zu reden
Das Erste, was in therapeutischen Gesprächen mit Berufspendlern oft passiert,
ist Erleichterung. Nicht weil sofort etwas anders wird.
Sondern weil das Schweigen endet. Die Situation verändert sich.
Die Angst bekommt einen Namen. Sie wird eingeordnet.
Therapeutisch lässt sich dort gezielt ansetzen,
weil durch emotionale Arbeit unsere Kopf freier wird.
So kann Veränderung erst angestoßen werden.
Was das für den nächsten Schritt bedeutet
Wer sich traut, ein erstes Gespräch zu führen, muss noch keine Entscheidung
treffen. Es ist kein Bekenntnis. Es ist ein kurzes Telefonat, um zu sehen,
ob eine Zusammenarbeit passen würde.
Und wer lieber schreibt, bevor er anruft: Das ist auch möglich.
Praxis Birgit Sievert in Werl. Privatpraxis, kein Kassensystem, keine Warteliste,
deswegen sind Termine kurzfristig möglich, vor Ort oder auch online.
therapeutische Beratung. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie
führe ich eine Selbstzahlerpraxis. Transparent und zeitlich fokussiert.

