Gedankenkarussell bei Angst: der Termin ist noch Tage entfernt, und der Kopf dreht sich bereits. Was wenn, was wenn, was wenn. Das ist das Muster, das viele erschöpft, bevor die Situation überhaupt begonnen hat.
Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Werl erlebe ich in der Praxis regelmäßig, wie viel Energie das Vordenken kostet. Menschen kommen zu mir erschöpft, schlecht geschlafen, konzentriert auf das eine Szenario, das sie fürchten. Die Situation selbst hat noch gar nicht stattgefunden.
Was Katastrophisierung bei Angst bedeutet
Katastrophisierung ist ein Begriff aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Er beschreibt die Tendenz des Gehirns, im Angesicht von Unsicherheit das schlimmstmögliche Szenario durchzuspielen. Das geschieht automatisch, meist ohne dass man es bewusst steuert.
Bei Angst in engen Situationen klingt das ungefähr so: „Was wenn ich ohnmächtig werde. Was wenn alle es sehen. Was wenn der Zug stehen bleibt und ich nicht rauskomme. Was wenn es diesmal schlimmer wird als beim letzten Mal.“ Diese Gedanken kommen in Schleifen, einer zieht den nächsten nach sich.
Gedankenkarussell Angst: die körperlichen Folgen
Das Gedankenkarussell hat körperliche Konsequenzen, noch bevor die Angstsituation eingetreten ist. Schlechter Schlaf, weil die Gedanken nachts nicht aufhören. Erschöpfung, weil das Nervensystem bereits auf Hochtouren läuft. Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Unlust. Symptome, die kaum jemand mit der Angst in Verbindung bringt, die aber direkt aus ihr entstehen.
Das Gehirn versucht, sich auf eine bedrohliche Situation vorzubereiten, mit dem einzigen Werkzeug das es kennt: Vorausdenken, Durchplanen, alle Szenarien durchspielen. Nur, dass dieser Schutzmechanismus selbst zur Belastung wird.
Was therapeutisch an diesem Punkt ansetzt
In meiner Praxis beginnt die Arbeit oft beim Gedankenkarussell, lange bevor es um die eigentliche Situation geht. Die antizipatorische Angst, die Schlafprobleme, das Durchspielen aller Szenarien: das sind Ebenen, die therapeutisch bearbeitbar sind. Mit Techniken, die Körper, Gefühl und Gedanken gemeinsam einbeziehen, lassen sich diese Muster unterbrechen. Sanft, strukturiert, in einem Tempo das passt.
Was Klienten dabei erleben: die Zeit vor der Situation ist oft schwerer als die Situation selbst. Und genau dort lässt sich ansetzen.
Wenn das vertraut klingt: ein erstes Gespräch gibt Orientierung. 20 Minuten, kostenlos, ohne Verpflichtung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung. Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeite außerhalb des gesetzlichen Krankenversicherungssystems.

